Neues vom Regensburger Athletenhaus: Anfang September wird eingezogen

Fünf talentierte Junioren/Innen wollen gemeinsame Sache machen

Regensburg, 29. August 2007 (orv) – Ein kleiner Wunschtraum des Domspitzmilch-Teamchefs Kurt Ring wird wahr: Anfang September ziehen drei Juniorinnen und zwei Junioren, allesamt auf dem Weg zur deutschen Spitze, ins neu angemietete Athletenhaus der Leichtathletik Gemeinschaft ein. Es handelt sich dabei um Susi Lutz, mehrfache deutsche Nachwuchsmeisterin und B-Kader auf der Hindernisstrecke, Michelle Weitzel, bayerische Juniorenmeisterin im Siebenkampf, Elena Horn, bayerische Juniorenmeisterin im Stabhochsprung, Max Meingast, dem 11. der deutschen Crossmeisterschaften (Junioren), und Philipp Pflieger, Süddeutscher Juniorenmeister über 1500 m und B-Kader auf der Langstrecke. Im Februar kommt dann Christiane Danner, die nach dem Abitur nun ein halbes Jahr im Ausland verbringt, dazu. Christiane Danner gehörte in diesem Jahr dem C-Kader über 400 m Hürden an, hat sich aber inzwischen erfolgreich auf die 800 m umgestellt (4. der deutschen Juniorenmeisterschaften).

Der Reiz des Athletenhauses hat schon kurz nach der Veröffentlichung im Württembergischen zugeschlagen. Philipp Pflieger, einer der hoffnungsvollsten deutschen Langstrecken-Nachwuchsläufer fand das Angebot so interessant, dass er sich sofort ans Telefon hängte und Kontakt mit dem Initiator, Chefcoach Kurt Ring aufnahm. Auch sein jetziger Coach Frank Zimmermann, in den 70er Jahren mit 27:45 über die 10.000 m einer, der damals Weltklasseformat hatte, gab grünes Licht. „Junge, da musst du hin, da hast du beste Bedingungen, dich weiter zu entwickeln“. Inzwischen war der Schlacks aus der Nähe von Sindelfingen bereits mehrmals in Regensburg, seine Bestzeit über 3000 m steht seit der DLV Gala im August bei ausgezeichneten 8:07 und in einem reinen Spurtrennen bei der Junioren-DM konnte er als Siebter mitten unter den Mittelstreckenspezialisten bestens mithalten. Im Oktober geht’s dann richtig los mit dem Wintertraining und dem Volkswirtschaftsstudium

Von Anfang an begeistert von der Idee war Lokalmatadorin Susi Lutz, die nach ihrem freiwilligen sozialen Jahr beim eigenen Verein nun ein Studium der Medienwissenschaften an der Regensburger Uni beginnen will, als Einheimische natürlich so ein bisschen die Fäden für die Fünf in Händen hält und schon kräftig mit verschiedenen Möbelhauskatalogen herumhantiert. „Alle die gleichen sportlichen Interessen, drei Mädels, zwei Jungs, was will man mehr, ich kann die Tage bis September schon gar nicht mehr erwarten“, fiebert sie dem Einzug entgegen.

Regensburg erfahren ist inzwischen auch der Mann für die ganz langen Strecken, Max Meingast aus dem schwäbischen Wemding am Rande des Ries. Der hat im Sportinternat seinen Zivildienst abgeleistet, sich inzwischen voll in den Trainingsbetrieb integriert, sich am Rande auch noch kräftig gesteigert. In 15:03 ist er die 5000 m gelaufen und nun sollen beim Halbarathon und über die 10 km auf der Straße mit dem Team noch im Herbst nationale Medaillen folgen. Als Studiengang hat er sich die Betriebswirtschaftslehre ausgesucht.

Die einzige, die bereits Uni-Erfahrung hat, ist Mehrkämpferin Michelle Weitzel, die ein wenig in die europäische Betriebswirtschaftslehre hineingeschnuppert hat, jetzt aber wie ihre Trainerin Steffi Pietsch auf Lehramt Mathe und Sport setzen will. Sechs Meter heißt ihr Traumziel, in vierzehn Tagen könnte sie in der Juniorinnenwertung des Siebenkampfes bei der Mehrkampf-DM sogar in Medaillennähe kommen. Ab Februar wird dann auch Christiane Danner dabei sein. Die will im ersten Teil des Winters als Aupair-Mädchen italienische Sprachkenntnisse sammeln, dann aber zum Studieren nach Regensburg zurückkehren. C-Kader war sie bisher über die 400 m Hürden, doch ihre heimliche Liebe ist nun die Mittelstrecke. Auf der 800 m Distanz macht sie nämlich nach einem völlig verpatztem Wintertraining (verletzungsbedingt) geradezu Quantensprünge. Eine 2:08 ist jetzt schon ein absolut günstiger Ausgangspunkt für ihr erstes richtiges Juniorenjahr. Als Jüngste des Hauses gehört sie zumindest heuer noch der Jugendklasse an.

Eine ganz ruhige und besonnene ist Elena Horn aus dem oberbayerischen Bad Aibling. Als ehemalige Turnerin von Steffi Pietsch vor drei Jahren fürs Stabhochspringen entdeckt, entwickelte sie sich bisher kontinuierlich. Derzeitiger Stand 3,70 mit weitaus höherem Potenzial. Als sie unlängst gefragt wurde, ob sie sich den Gang nach Regensburg nicht doch noch überlegen würde, kam eine ganz kurze Antwort. „Seit eineinhalb Jahren warte ich nun sehnsüchtig auf den Studienbeginn (Lehramt Sport), jetzt ist es bald so weit und ich bin schon am packen.“

So beginnt denn nun Anfang September ein ganz neues Kapitel in der Regensburger Leichtathletik. Das Athletenhaus, ein Baustein der großen Sichtungs- und Förderinitiative des Fördervereins der Leichtathletik Gemeinschaft bekommt endlich Leben. Den Sechs braucht keiner zu sagen, wo der sportliche Weg lang geht. Die sind bis in die Haarspitzen motiviert und wollen alle 2008 kräftig für Regensburg zuschlagen.


Fotos: Philipp Pflieger, Susi Lutz, Max Meingast, Michelle Weitzel, Christiane Danner und Elena Horn von oben nach unten (Kiefner-Fotos)