Das Schnuppertraining
Die gesichteten Talente bekommen eine 8-seitige Broschüre mit nach Hause, in der explizit aufgezeigt wird, wie der Weg im Leistungssport verlaufen kann, wie wir vom Förderverein Leistungsfortschritte erreichen wollen, bei gleichzeitiger Entwicklung der Persönlichkeit, der Gesunderhaltung und der schulischen Weiterbildung. Dann kommen wir nach vierzehn Tagen erneut auf die Kinder zu, telefonieren mit den Eltern und laden zum zwei Mal pro Woche stattfindenden Schnupper- bzw. Probetraining ein, das erfahrene Trainer/Innen leiten. Dieses Probetraining erstreckt sich über 8 Wochen. Wir versuchen zudem die Beförderung ins Training zu erleichtern (Mitfahrgelegenheiten bei älteren Athleten/Innen bzw. Einsatz von Vereinskleinbussen).
Was ist neu:
Wir stellen die Kinder in den Mittelpunkt. Wir kommen auf sie und ihr Umfeld zu, versuchen ihren Tagesablauf zu verstehen, um ihn optimal mit dem Sport zu verbinden, wobei wir die Eltern sofort als Partner mit ins Boot nehmen möchten. Durch eine gezielte Umfeldanalyse soll die Grundlage für eine gezielte Beschulung gelegt werden.
Eingliederung ins Kindertraining
nach etwa einem halben Jahr bieten wir eine sportärztliche Grunduntersuchung an, ein erneutes Gespräch mit den Eltern folgt, gegebenenfalls die Aufnahme ins Team (Vereinseintritt) – danach schließt sich ein einjähriges Kindertraining auf spielerischer Basis an (bis zu 2 Trainingseinheiten pro Woche). Hier bemüht sich der Förderverein, die Anfahrt ins Training zu managen (es gibt bereits bestehende Anfahrtsmöglichkeiten aus dem westlichen und südlichen Landkreis, die Anfahrtsmöglichkeit aus dem Bereich Amberg/Schwandorf besteht ebenfalls über einen weiteren Talentbus oder über Eltern. Für Freizeit, Schule und Familie bleibt noch genügend Zeit. Bei auftretenden Schwierigkeiten, in der Zeit der beginnenden Pubertät nichts Ungewöhnliches, stehen wir mit Rat und Tat, unserer gesamten Fachkompetenz den Eltern und der/dem jungen Sportler/In beiseite
Was ist neu:
Grundkonditionelle Daten geben oft keinen Aufschluss über Früh- bzw. Spätentwickler in der beginnenden Pubertät. Die sportärztliche Untersuchung gibt uns Sicherheit in der Beschulung und Aufschluss über körperliche Schwachstellen. Das Abtesten der intrinsischen Bewegungsmotivation, der mentalen Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit und Fähigkeit zur inneren Ordnung gibt uns Aufschlüsse über die psychische Belastbarkeit der jungen Sportler. Im späteren Leistungssport spielen neben hohen physischen Veranlagungen vor allem psychische Fähigkeiten eine alles entscheidende Rolle, wenn Höchstleistungen erreicht werden sollen.
Überführung ins Grundlagentraining

je nach Entwicklungsstand folgt ein ein- oder zweijähriges Grundlagentraining an (2 Trainingseinheiten pro Woche mit nach und nach anfallenden „Hausaufgaben in Form des Abtrainierens von einfachen, bereits beherrschten Trainingsinhalten im häuslichen Umfeld). Die Trainingsinhalte werden hier noch sehr allgemein auf Bedürfnisse der Grundkonditionierung abgestellt und vielfältig dargeboten. Die Schüler/Innen werden einem Headcoach zugewiesen, aber weiterhin auch von den anderen Spezialcoaches mitbetreut. Die Vorteile: keine zu enge Personenbindung, eine breite Ausbildungspalette, die Grundlagenausbildung steht im Vordergrund. Eine in Frage kommende Unterbringung ins Sportinternat wird von unserer Seite befürwortet.
Was ist neu:
Wir reden nicht von allgemeiner Ausbildung, wir setzen die Forderung um, indem wir die Stärken aller Trainer einbringen. Die Schüler/Innen lernen hier, sich vor allem auf sich und die Sache Leichtathletik zu konzentrieren. Konfliktpotential, das in der emotionalen Phase der Pubertät gehäuft auftreten können, wird geschickt von einem Trainer auf mehrere Bezugspersonen verteilt.
Jugendaufbautraining

Im Alter von 14-15 Jahren sollten die wirklichen Talente Kaderstatus erreichen. Damit kommt ein weiterer Partner, das Therapie- und Diagnosezentrum des Olympia Stützpunktes Bayerns, ins Spiel. Die Komponente „Kraft“ wird durch eine speziell für diesen Bereich angestellte Sportwissenschaftlerin (Frau Christine Heil) erweitert, leistungsdiagnostische Maßnahmen (Dr. Frank Möckel) kommen hinzu. Die Schüler/Innen haben hier das Jugendaufbautraining erreicht mit 4-5 Einheiten pro Woche und nehmen zugleich an den in Regensburg ansässigen Landesstützpunkten in den verschiedenen Disziplinblöcken teil. Diese werden zum Großteil von jenen Coaches geleitet, die die in Frage kommenden Mädels und Jungs schon vom Vereinstraining kennen. Die Teilnahme bei Deutschen Jugendmeisterschaften ist anzupeilen, um schon einmal als M/W15 „Meisterschaftsluft zu schnuppern“. Die Talente wenden sich nun „ihrer“ Disziplin zu, in der Regel ist das jene, für die sie auch die meisten Talente zeigen. Der jeweilige Disziplintrainer übernimmt immer mehr die Führung.
Im Alter von 16-19 Jahren wird das wöchentliche Training von minimal 6-7 Einheiten auf bis zu 8 Einheiten pro Woche erhöht, um Standards der nationalen Nachwuchsklasse erreichen zu können. Die dauerhafte Teilnahme bei Deutschen Jugendmeisterschaften ist das Minimalziel, eine Endkampfteilnahme bzw. der Medaillenrang das Normalziel für Nachwuchskaderathleten/innen. In besonderen Fällen erreichen hier die ersten Talente internationale Qualitäten (Teilnahme bei Junioren Welt- und Europameisterschaften). C-Kader Mitglieder werden hier in der Regel auch finanziell unterstützt.
Anschlusstraining

Der Übergang zum Hochleistungssport beginnt nun. Die Universität kommt in vielen Fällen als Partner ins Spiel. eine individuell „ehrliche“ Athleten/Innenberatung wird angestrebt. Wir führen derzeit intensive Gespräche mit der Uni Regensburg und dem DLV, damit die Uni Partneruniversität des Deutschen Leichtathletik Verbandes wird. Das heißt, dass Studenten mit Kaderstatus (hier dann B-Kader) erhebliche Studienerleichterungen in Form eines „gestreckten Studiums“ haben. Der schwierige Übergang vom Abitur zum individuell „richtigen“ Studiengang soll durch das Ableisten eines freiwilligen sozialen Jahres bei einem unserer Partner erleichtert werden. Diese treten in diesem Jahr gleichzeitig als Mentoren für unsere jungen Sportler auf.
Was ist neu:
Die Schnittstelle in der Leichtathletik überhaupt. Wir halten die individuell „ehrliche“ Beratung der Athleten/Innen in dieser Ausbildungsphase für besonders wichtig. Es bieten sich mehrere Wege an. Für Hochtalentierte, die den Übergang vom C-Kader in den B-Kader auf Anhieb schaffen versuchen wir die Grundlagen für ein zweimaliges Training pro Tag zu legen. In Ausnahmefällen raten wir das auch Athleten/Innen, die von sich aus glauben, erhebliche Einschnitte in ihrem Privat/Ausbildungsleben zu wagen, um durch jahrelanges intensives Training die nationale Spitze erreichen zu können. Für viele gilt der Rat, vernünftigen Leistungssport (bis hin zum täglichen Training) mit den übrigen Zielen in der Berufs-, Ausbildungs- und Lebensplanung zu koppeln. Bei jenen, bei denen abzusehen ist, dass sich auch auf Dauer keine lohnenden Erfolgserlebnisse einstellen werden, bieten wir die Ausbildung zum Übungsleiter und zum Clubassistenten an. Wir wollen sie ganz einfach im sozialen Gefüge „Verein“ behalten.
Hochleistungstraining
Da muss dann mit 21, 22 oder 23 Jahren alles zusammenpassen. Talent, Fleiß, Trainingswille, Motivation und alles, was man zur Teilnahme an internationalen Meisterschaften braucht.
Nicht möglich in unseren Regionen? Aber doch – 2004 waren die drei Domspitzmilch-Athleten Karin Ertl, Florian Schönbeck und Jason Stewart bei den Olympischen Spielen in Athen dabei. Karin Ertl im Übrigen nicht zum ersten Mal. Sicher gibt es noch viel zu tun in Regensburg. Wir packen es an, Schritt für Schritt, mit dem Ziel das nötige Umfeld für den Hochleistungssport zu optimieren.

Leistungsentwicklung



